Technisches SEO

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Holger Lentz

7 min.

404 Fehler und Weiterleitungen: So retten Sie Ihre Rankings

Sie haben Ihre Website vor einiger Zeit überarbeitet, Seiten umbenannt oder alte Leistungen entfernt. Seitdem gehen weniger Anfragen ein und Sie wissen nicht genau warum. Sehr oft steckt ein technisches Problem dahinter, das kaum jemand prüft: tote Links und falsch gesetzte Weiterleitungen. In diesem Artikel zeigen wir lokalen Betrieben und Shop-Betreibern, wie Sie 404 Fehler finden, richtig beheben und dabei Ihre Rankings sichern.

Was ein 404 Fehler ist und warum er Sie Aufträge kostet

Ein 404 Fehler bedeutet: Ein Besucher oder der Google-Bot ruft eine Adresse auf Ihrer Website auf, unter der nichts mehr liegt. Der Server antwortet mit dem Statuscode 404, also "nicht gefunden".

Das passiert häufiger als gedacht. Typische Auslöser sind ein Website-Relaunch mit neuen Adressen, gelöschte Leistungsseiten, ausgelaufene Produkte im Shop, Tippfehler in internen Verlinkungen oder externe Seiten, die auf eine alte Adresse Ihres Betriebs verlinken.

Der Schaden ist doppelt. Erstens springt der Besucher ab. Wer nach "Elektriker Notdienst" sucht, klickt auf Ihr Ergebnis und auf einer Fehlerseite landet, geht zurück zu Google und ruft den nächsten Betrieb an. Zweitens verlieren Sie Ranking-Kraft: Alle Verlinkungen, die auf diese alte Adresse zeigen, laufen ins Leere. Die aufgebaute Autorität dieser Seite verpufft.

So finden Sie alle toten Links auf Ihrer Website

Bevor Sie etwas reparieren, brauchen Sie eine Liste. Diese Quellen liefern Ihnen zuverlässig Daten, ohne dass Sie Geld ausgeben müssen:

  • Google Search Console: Unter "Seiten" sehen Sie im Bereich "Nicht indexiert" alle Adressen mit dem Vermerk "Nicht gefunden (404)". Das ist Ihre wichtigste Quelle, denn hier steht genau das, was Google kennt.

  • Ihr Analyse-Tool: Filtern Sie die meistbesuchten Seiten nach dem Titel Ihrer Fehlerseite. So erkennen Sie, welche 404 Seiten tatsächlich Besucher bekommen. Genau diese sind zuerst dran.

  • Ein Crawler: Kostenlose Werkzeuge crawlen Ihre Website wie Google und melden jeden internen Link, der auf einen Fehler läuft. Interne tote Links sind besonders ärgerlich, weil Sie sie komplett selbst verursacht haben.

  • Ihre Serverlogs: Wenn Ihr Hoster Zugriff darauf gibt, sehen Sie hier jeden einzelnen Aufruf mit Statuscode 404.

Sortieren Sie die Liste nach Aufrufen. Eine alte Adresse, die niemand mehr aufruft und auf die nichts verlinkt, dürfen Sie ignorieren. Eine Adresse mit 200 Aufrufen im Monat ist ein akutes Problem.

301 oder 302: Welche Weiterleitung wann richtig ist

Eine Weiterleitung sagt dem Browser und Google: Der Inhalt liegt jetzt woanders. Es gibt zwei Varianten, die Sie kennen müssen.

301 heißt dauerhaft. Das ist der Standardfall. Sie haben eine Seite umbenannt, zusammengelegt oder ersetzt. Google überträgt bei einer 301 die aufgebaute Ranking-Kraft der alten Adresse auf die neue und ersetzt die alte Adresse im Index. Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie 301.

302 heißt vorübergehend. Das ist der Ausnahmefall. Sie leiten zum Beispiel während eines Umbaus kurzzeitig um und wollen die alte Adresse behalten. Google behält die alte Adresse im Index und überträgt keine Ranking-Kraft. Wer versehentlich dauerhaft mit 302 arbeitet, verschenkt Rankings über Monate.

Praktisch bedeutet das: Alte Leistungsseite auf neue Leistungsseite? 301. Ausgelaufenes Produkt im Shop auf den Nachfolger oder die passende Kategorie? 301. Kurzfristige Wartungsseite? 302.

Die häufigsten Fehler bei Weiterleitungen

Weiterleitungen sind schnell eingerichtet und genauso schnell falsch eingerichtet. Diese Punkte sehen wir in der Praxis am häufigsten:

  • Alles auf die Startseite: Der Klassiker. Wer 200 alte Adressen pauschal auf die Startseite umbiegt, wertet diese Weiterleitungen für Google faktisch als Fehlerseite. Leiten Sie immer auf die inhaltlich nächstliegende Seite um.

  • Weiterleitungsketten: Adresse A leitet auf B, B auf C, C auf D. Jeder Schritt kostet Ladezeit und Ranking-Kraft. Lösen Sie Ketten auf und leiten Sie direkt von A auf D.

  • Endlosschleifen: A leitet auf B und B leitet zurück auf A. Die Seite ist damit für niemanden erreichbar.

  • Interne Links nicht angepasst: Die Weiterleitung ist eine Notlösung für externe Verlinkungen. Ihre eigenen Menüpunkte, Textlinks und Buttons sollten direkt auf die neue Adresse zeigen.

  • Alte Adressen in der Sitemap: Eine weitergeleitete Adresse gehört nicht mehr in die XML-Sitemap. Wie Sie die sauber aufsetzen, lesen Sie in unserem Beitrag zu XML-Sitemap und robots.txt.

Eine 404 Seite, die Besucher zurückholt

Nicht jede Fehlerseite lässt sich sinnvoll umleiten. Für alle übrigen Fälle brauchen Sie eine Fehlerseite, die den Besucher auffängt statt ihn zu verlieren.

Eine gute 404 Seite erklärt in einem Satz und ohne technisches Kauderwelsch, was passiert ist. Sie zeigt das gewohnte Menü und das Logo, damit der Besucher merkt, dass er noch bei Ihnen ist. Sie bietet drei bis fünf Links zu Ihren wichtigsten Seiten an, also Leistungen, Referenzen und Kontakt. Bei einem Shop gehört eine Suchfunktion dazu. Und sie enthält Ihre Telefonnummer, denn ein Anrufer, der Sie sonst verloren hätte, ist der beste Ausgang aus einer Fehlerseite.

Wichtig ist außerdem der technische Teil: Ihre Fehlerseite muss auch wirklich den Statuscode 404 liefern und nicht 200. Liefert sie 200, hält Google jede Fehlerseite für vollwertigen Inhalt und indexiert unter Umständen hunderte leere Seiten. Falls Google Ihre Seiten generell nicht aufnimmt, hilft unser Beitrag Google indexiert meine Seite nicht weiter.

Ihr Fahrplan für die nächsten zwei Wochen

Sie müssen das nicht an einem Tag erledigen. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  • Tag 1: Search Console öffnen und alle 404 Adressen exportieren.

  • Tag 2: Liste nach Aufrufen und externen Verlinkungen sortieren. Die Top 20 sind Ihre Arbeitsliste.

  • Tag 3 bis 5: Für jede dieser Adressen die inhaltlich passende Zielseite bestimmen und eine 301 Weiterleitung einrichten.

  • Tag 6: Website crawlen und alle internen Links direkt auf die neuen Adressen umstellen.

  • Tag 7: Sitemap bereinigen und in der Search Console neu einreichen.

  • Tag 8: Fehlerseite überarbeiten und den Statuscode prüfen.

  • Nach 14 Tagen: Search Console erneut kontrollieren. Die Zahl der 404 Meldungen sollte deutlich gesunken sein.

Danach reicht ein monatlicher Blick in die Search Console. Neue 404 Fehler entstehen laufend, etwa wenn Sie ein Produkt aus dem Sortiment nehmen. Wer das regelmäßig prüft, verliert keine Rankings mehr an tote Adressen.

Fazit

404 Fehler sind kein exotisches Technikthema, sondern ein direkter Verlustkanal für Anfragen und Sichtbarkeit. Die Behebung kostet wenig Zeit und wirkt schnell. Wenn Sie ein lokaler Betrieb sind und Ihre Website technisch sauber aufstellen wollen, finden Sie auf unserer Seite für lokale Unternehmen den passenden Einstieg. Betreiben Sie einen Shop, in dem laufend Produkte auslaufen, ist unsere Seite zu SEO für Onlineshops der richtige Anlaufpunkt.

Sie wissen nicht, wie viele tote Links auf Ihrer Website liegen? Wir schauen uns das an und sagen Ihnen, was konkret zu tun ist. Schreiben Sie uns über das Kontaktformular und wir melden uns bei Ihnen.

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© 2026 Mehr-Aufträge.com – Holger Lentz Consulting GmbH

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