Technisches SEO
Holger Lentz
7 min.
Keyword-Recherche ohne teure Tools: So finden lokale Betriebe ihre Suchbegriffe
Sie wissen, dass Ihre Kunden bei Google nach Ihren Leistungen suchen. Aber nach welchen Worten genau? Wer das nicht kennt, schreibt an seiner Zielgruppe vorbei und bleibt unsichtbar. Die gute Nachricht: Sie brauchen dafür keine teure Software. Mit etwas Zeit und den richtigen kostenlosen Quellen finden Sie die Suchbegriffe Ihrer Kunden selbst. Diese Anleitung zeigt lokalen Betrieben Schritt für Schritt, wie das funktioniert.
Warum Keyword-Recherche ohne teure Tools völlig ausreicht
Bezahlte SEO-Tools kosten oft 100 Euro im Monat oder mehr. Für einen lokalen Betrieb, der ein paar Dutzend wichtige Suchbegriffe abdecken will, ist das selten nötig. Die wertvollsten Daten liefert Google nämlich gratis: in der Suche selbst, in den Vorschlägen und in den Fragen, die echte Nutzer eintippen. Eine saubere Keyword-Recherche ohne teure Tools bringt Sie damit zu 90 Prozent ans Ziel. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern dass Sie systematisch vorgehen und die Sicht Ihrer Kunden einnehmen.
Schritt 1: Denken Sie wie Ihre Kunden, nicht wie ein Fachmann
Der häufigste Fehler: Betriebe verwenden ihre internen Fachbegriffe. Ein Dachdecker schreibt "Bitumenschweißbahn verlegen", obwohl der Kunde "Flachdach abdichten Kosten" eintippt. Sammeln Sie deshalb zuerst die Worte Ihrer Kunden. Hören Sie genau hin, wenn jemand anruft oder eine Anfrage schreibt. Welche Formulierungen nutzen die Leute? Notieren Sie alles, was Ihnen einfällt: Leistungen, Probleme, Orte, typische Fragen. Diese Rohliste ist die Grundlage für alles Weitere.
Schritt 2: Google selbst als kostenloses Keyword-Tool nutzen
Google verrät Ihnen direkt, wonach gesucht wird. Drei Quellen sind besonders wertvoll. Erstens die Autovervollständigung: Tippen Sie Ihren Begriff in die Suche und schauen Sie, welche Vorschläge erscheinen. Das sind reale, häufige Suchanfragen. Zweitens der Kasten "Ähnliche Fragen", der typische Nutzerfragen zeigt und sich beim Anklicken weiter aufklappt. Drittens die verwandten Suchanfragen ganz unten auf der Ergebnisseite. Notieren Sie jede Variante, die zu Ihrem Angebot passt. Innerhalb einer halben Stunde haben Sie so eine umfangreiche Liste echter Suchbegriffe.
Schritt 3: Kostenlose Quellen clever kombinieren
Neben der Google-Suche gibt es weitere Gratis-Quellen, die Ihre Liste verfeinern:
Die Google Search Console zeigt Ihnen, über welche Begriffe Besucher bereits auf Ihre Seite kommen. Diese Daten sind Gold wert, weil sie aus Ihrem echten Publikum stammen.
Der Keyword-Planer in Google Ads liefert grobe Suchvolumen, auch ohne dass Sie Anzeigen schalten.
Plattformen wie Reddit, Gutefrage oder Branchenforen zeigen, wie Menschen ihre Probleme in eigenen Worten beschreiben.
Die Bewertungen Ihrer Mitbewerber verraten, was Kunden wichtig ist und welche Begriffe sie verwenden.
Wie Sie aus diesen Begriffen dauerhaft Inhalte und Anfragen machen, lesen Sie in unserem Beitrag Wie Sie mit Content-Marketing neue Kunden gewinnen.
Suchintention verstehen: der wichtigste Schritt
Ein Suchbegriff allein sagt wenig. Wichtiger ist die Absicht dahinter. Sucht jemand nach "Was kostet eine Heizungswartung", will er sich informieren. Sucht jemand nach "Heizungswartung Köln Termin", ist er bereit zu beauftragen. Ordnen Sie Ihre Keywords nach dieser Absicht. Begriffe mit klarer Kaufabsicht gehören auf Ihre Leistungs- und Kontaktseiten. Informative Begriffe eignen sich für Ratgeber und Blogartikel, die Vertrauen aufbauen. Wer diese beiden Typen verwechselt, verschenkt Anfragen. Mehr dazu, wie Sie Ihre Zielgruppe richtig einordnen, finden Sie im Beitrag zur Zielgruppenanalyse.
So bringen Sie Ihre Keywords auf die Website
Jetzt geht es ans Umsetzen. Ordnen Sie jedem wichtigen Suchbegriff eine eigene Seite zu. Das Hauptkeyword gehört in die Überschrift, in den ersten Absatz und in den Seitentitel. Verteilen Sie verwandte Begriffe natürlich im Text, ohne zu übertreiben. Für lokale Betriebe ist die Kombination aus Leistung und Ort besonders stark, etwa "Elektriker Notdienst Bonn". Eine durchdachte Struktur Ihrer Seiten sorgt dafür, dass Google jede Leistung der passenden Suchanfrage zuordnet. Wie wir lokale Unternehmen dabei begleiten, sehen Sie auf unserer Seite für lokale Unternehmen.
Drei Fehler, die lokale Betriebe vermeiden sollten
Auch ohne teure Tools schleichen sich typische Fehler ein. Vermeiden Sie diese drei, dann ist Ihre Recherche deutlich wirksamer:
Nur auf kurze, allgemeine Begriffe setzen. "Maler" ist hart umkämpft. "Maler Altbau Köln Ehrenfeld" bringt weniger Suchen, aber deutlich passendere Anfragen.
Das Suchvolumen überbewerten. Ein Begriff mit 30 Suchen im Monat, die alle aus Ihrer Stadt kommen, ist oft wertvoller als ein bundesweiter Begriff mit 5.000 Suchen.
Die Liste einmal erstellen und nie wieder anfassen. Suchverhalten ändert sich. Prüfen Sie Ihre wichtigsten Begriffe alle paar Monate erneut.
Fazit: anfangen kostet nichts außer Zeit
Keyword-Recherche ist keine Frage des Budgets, sondern der Konsequenz. Mit den kostenlosen Mitteln aus dieser Anleitung erstellen Sie eine solide Keyword-Liste, ordnen sie nach Suchintention und bauen Ihre Website darauf auf. So werden Sie genau dann gefunden, wenn ein Kunde nach Ihrer Leistung sucht. Möchten Sie wissen, mit welchen Begriffen Ihr Betrieb das größte Potenzial hat? Dann sprechen Sie mit uns über Ihre unverbindliche Sichtbarkeitsanalyse.

