Technisches SEO
Holger Lentz
7 min.
Produktbilder optimieren: So werden Ihre Shop-Produkte bei Google gefunden
Ihre Produktfotos sind professionell, das Studio hat gute Arbeit geleistet, und trotzdem kommt über die Google Bildersuche fast kein Besucher in Ihren Shop. Das liegt selten an der Qualität der Fotos. Es liegt daran, dass Google nicht sieht, was auf einem Bild zu sehen ist. Suchmaschinen lesen Text, Dateinamen und Code. Alles andere müssen Sie ihnen mitliefern. Wer Produktbilder optimieren will, arbeitet deshalb weniger am Bild selbst und mehr an dem, was drumherum steht.
Produktbilder optimieren: warum Google Ihre Bilder nicht lesen kann
Google erkennt inzwischen erstaunlich viel auf Fotos, aber die Bildersuche und das Produkt-Ranking stützen sich weiterhin auf Textsignale. Dazu gehören der Dateiname, der Alt-Text, die Bildunterschrift und der Text rund um das Bild. Fehlen diese Signale, bleibt Ihr Foto für die Suchmaschine ein anonymes Datenpaket.
Für Shop-Betreiber ist das doppelt ärgerlich. Bei Produkten wie Möbeln, Kleidung, Werkzeug oder Deko suchen viele Kunden zuerst visuell. Sie tippen einen Begriff ein, wechseln direkt in den Reiter Bilder und klicken das an, was ihnen gefällt. Wer dort nicht auftaucht, verliert Besucher, die bereits kaufbereit sind.
Dateiname und Alt-Text richtig setzen
Der schnellste Hebel kostet Sie nichts außer Disziplin beim Hochladen. Benennen Sie jede Bilddatei so, wie ein Kunde das Produkt beschreiben würde.
Schlecht: IMG_4821.jpg oder DSC00317.jpg
Gut: eichenholz-esstisch-180cm-geoelt.jpg
Gut: laufschuh-herren-blau-seitenansicht.jpg
Der Alt-Text beschreibt den Bildinhalt für Menschen, die einen Screenreader nutzen, und für Suchmaschinen. Schreiben Sie einen kurzen, natürlichen Satz statt einer Aneinanderreihung von Keywords. „Eichenholz Esstisch 180 cm in geölter Ausführung von der Seite" ist besser als „Esstisch Eiche Tisch Holz kaufen günstig". Bei mehreren Bildern pro Produkt beschreiben Sie jeweils die konkrete Perspektive oder das Detail. Wie Text und Ranking zusammenspielen, lesen Sie in unserem Beitrag zu Produktbeschreibungen, die ranken und verkaufen.
Format und Dateigröße: schnelle Bilder verkaufen besser
Bilder sind in fast jedem Onlineshop der größte Datenblock. Ein Produktfoto mit 4 MB direkt aus der Kamera bremst Ihre Seite spürbar aus, besonders auf dem Handy im Mobilfunknetz. Langsame Seiten kosten Sie zweimal: Google bewertet sie schlechter und Kunden springen ab, bevor das Bild überhaupt sichtbar wird.
Nutzen Sie moderne Formate wie WebP oder AVIF. Sie liefern bei gleicher Qualität deutlich kleinere Dateien als JPEG.
Halten Sie Produktbilder unter 200 KB, Detailaufnahmen unter 300 KB.
Laden Sie keine 4000 Pixel breiten Bilder hoch, wenn im Shop maximal 1200 Pixel dargestellt werden.
Aktivieren Sie Lazy Loading für Bilder, die erst beim Scrollen sichtbar werden. Das Hauptbild oben sollte davon ausgenommen bleiben.
Shopware und Shopify bringen Bildkomprimierung und responsive Varianten bereits mit, oft aber nicht optimal voreingestellt. Ein Blick in die Einstellungen lohnt sich fast immer. Wie stark die Ladezeit auf Rankings wirkt, haben wir in Ladezeit verbessern beschrieben.
Eigene Fotos statt Herstellerbilder
Wenn Sie Markenware verkaufen, nutzen Sie vermutlich die Bilder des Herstellers. Das tun alle anderen Händler auch. Google sieht dann hunderte Shops mit identischen Dateien und hat keinen Grund, ausgerechnet Sie in der Bildersuche nach vorne zu stellen.
Eigene Aufnahmen sind der einzige zuverlässige Ausweg. Sie brauchen dafür kein Studio. Ein Fenster mit Tageslicht, ein neutraler Hintergrund und ein aktuelles Smartphone reichen für saubere Produktfotos. Ergänzen Sie das Standardbild um zwei oder drei eigene Aufnahmen: das Produkt im Einsatz, ein Größenvergleich mit einem bekannten Gegenstand, eine Detailaufnahme der Verarbeitung. Diese Bilder helfen doppelt, weil sie typische Rückfragen vorwegnehmen und damit auch Retouren senken.
Bilder auffindbar machen: Sitemap und strukturierte Daten
Damit Google Ihre Bilder zuverlässig findet, sollten sie in der Sitemap auftauchen. Die meisten Shopsysteme erzeugen automatisch eine Sitemap, nehmen Bilder aber nicht immer mit auf. Prüfen Sie das einmal und ergänzen Sie die Bildeinträge, falls sie fehlen. Die Grundlagen dazu finden Sie in unserem Artikel zu XML-Sitemap und robots.txt.
Zusätzlich sollte jedes Produkt mit strukturierten Daten ausgezeichnet sein, inklusive Bild-URL. Nur so kann Google Ihr Produktfoto zusammen mit Preis und Verfügbarkeit direkt in den Suchergebnissen anzeigen. Achten Sie darauf, dass dort das Hauptbild in guter Auflösung hinterlegt ist und nicht ein Vorschaubild mit 200 Pixeln Breite.
Ein Punkt wird dabei oft übersehen: Bilder brauchen eine dauerhaft stabile URL. Wer bei jedem Shop-Update die Bildpfade ändert, verliert die mühsam aufgebaute Sichtbarkeit in der Bildersuche komplett und fängt wieder bei null an.
Ihr Fahrplan für die nächsten zwei Wochen
Sie müssen nicht Ihren gesamten Katalog auf einmal überarbeiten. Beginnen Sie dort, wo der Umsatz entsteht.
Woche 1: Nehmen Sie Ihre 20 umsatzstärksten Produkte und prüfen Sie Dateiname, Alt-Text und Dateigröße für jedes Bild.
Woche 1: Stellen Sie das Bildformat im Shopsystem auf WebP um und aktivieren Sie Lazy Loading.
Woche 2: Fotografieren Sie für diese 20 Produkte je zwei eigene Zusatzbilder.
Woche 2: Prüfen Sie Sitemap und strukturierte Daten auf korrekte Bildangaben.
Danach legen Sie eine feste Regel für neue Artikel fest, damit sich das Thema nicht wieder aufstaut. Welche weiteren Stellschrauben in Ihrem Shop den größten Unterschied machen, sehen Sie auf unserer Seite zu SEO für Onlineshops. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Shop aktuell steht und welche Maßnahmen sich zuerst lohnen, schreiben Sie uns kurz über das Kontaktformular. Wir schauen uns Ihren Shop an und sagen Ihnen offen, wo das größte Potenzial liegt.


