Technisches SEO
Holger Lentz
7 min.
Shopware und Shopify SEO: Die wichtigsten Stellschrauben in Ihrem Shopsystem
Sie betreiben einen Onlineshop mit Shopware oder Shopify, Ihre Produkte sind gut, die Bilder stimmen, und trotzdem kommt über Google kaum Traffic? Dann liegt es fast nie am Shopsystem selbst, sondern an ein paar Stellschrauben, die in beiden Systemen vorhanden sind, aber selten genutzt werden. Die gute Nachricht: Sie brauchen dafür weder ein Entwicklerteam noch ein neues System. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Einstellungen in Shopware und Shopify wirklich über Ihre Rankings entscheiden und in welcher Reihenfolge Sie sie angehen sollten.
Shopware und Shopify SEO: Warum das Shopsystem selten das Problem ist
Viele Shop-Betreiber vermuten, das System sei schuld: Shopify ranke schlechter als Shopware, oder umgekehrt. Das stimmt so nicht. Beide Systeme bringen solide SEO-Grundlagen mit: anpassbare Titles, saubere URLs, Sitemaps und mobile Templates. Der Unterschied zwischen einem Shop, der gefunden wird, und einem, der unsichtbar bleibt, liegt fast immer in der Pflege. Wer Titles auf Werkseinstellung lässt, Kategorieseiten ohne Text betreibt und Herstellertexte kopiert, wird mit keinem System ranken. Wer die folgenden Stellschrauben dreht, kann mit beiden Systemen sehr gut sichtbar werden.
Title und Meta-Description: die schnellste Stellschraube
Der Seitentitel ist das, was Google in den Suchergebnissen als blaue Überschrift anzeigt. Beide Systeme erzeugen ihn automatisch aus dem Produktnamen, und genau da liegt das Problem: "Artikel 4711 blau 40x60" gewinnt keinen Klick. Formulieren Sie Titles für Ihre wichtigsten Kategorien und Produkte von Hand.
In Shopify finden Sie die Felder unter "Suchmaschinen-Listing" am Ende jeder Produkt- und Kategorieseite.
In Shopware pflegen Sie Meta-Titel und Meta-Beschreibung direkt am Produkt beziehungsweise an der Kategorie im Bereich SEO.
Bauen Sie den Suchbegriff an den Anfang und ergänzen Sie ein Kaufargument, etwa Lieferzeit, Auswahl oder Versandkosten.
Die Meta-Description beeinflusst das Ranking nicht direkt, entscheidet aber mit, ob jemand klickt. Zwei Sätze, die den Nutzen klar machen, reichen völlig.
Kategorieseiten: Ihre wichtigsten Ranking-Seiten
Die meisten Suchanfragen mit Kaufabsicht sind Kategorie-Suchen: "Arbeitshosen Herren", "Espressomaschinen mit Siebträger", "LED Panels". Gesucht wird also genau das, was Ihre Kategorieseiten abbilden. Trotzdem bestehen diese Seiten in vielen Shops nur aus einer Produktliste ohne ein einziges Wort Text. Google kann so kaum erkennen, wofür die Seite ranken soll. Geben Sie jeder wichtigen Kategorie eine eigene Überschrift mit dem Suchbegriff und einen kurzen Einleitungstext, der Sortiment, Auswahlkriterien und häufige Fragen abdeckt. Schon 100 bis 200 Wörter machen einen messbaren Unterschied. Wie Sie dabei die richtigen Suchbegriffe treffen, haben wir im Artikel zur Suchintention ausführlich beschrieben.
Produktseiten und doppelte Inhalte in den Griff bekommen
Auf Produktebene gibt es zwei typische Baustellen. Erstens: kopierte Herstellertexte. Wenn 50 Shops denselben Beschreibungstext verwenden, hat Google keinen Grund, ausgerechnet Ihren zu zeigen. Schreiben Sie zumindest für Ihre Topseller eigene Texte, die Fragen Ihrer Kunden beantworten. Eine Anleitung dazu finden Sie in unserem Beitrag über Produktbeschreibungen, die ranken und verkaufen. Zweitens: doppelte Inhalte durch Varianten und Filter. Wenn dasselbe Produkt in fünf Farben unter fünf URLs erreichbar ist, konkurrieren diese Seiten miteinander. Shopify setzt Canonical-Tags weitgehend automatisch, in Shopware sollten Sie prüfen, dass Varianten auf ein Hauptprodukt verweisen. Kontrollieren Sie außerdem, dass Filterseiten wie "Preis aufsteigend" nicht im Google-Index landen.
Technik-Stellschrauben: Ladezeit, Bilder, URLs
Bei der Technik entscheiden drei Punkte über den Großteil der Wirkung. Erstens die Ladezeit: Riesige Produktbilder sind der häufigste Bremsklotz. Laden Sie Bilder vor dem Upload in passender Größe und als WebP hoch. Konkrete Schritte finden Sie in unserem Leitfaden zur Ladezeit-Verbesserung. Zweitens die Apps und Plugins: Jede Erweiterung lädt eigene Skripte. Deinstallieren Sie, was Sie nicht aktiv nutzen, das gilt für Shopify Apps genauso wie für Shopware Plugins. Drittens die URLs: Kurz, lesbar, mit Suchbegriff. Ändern Sie URLs bei bestehenden Seiten aber nur mit Weiterleitung, sonst verlieren Sie vorhandene Rankings.
Fazit: kleine Schrauben, große Wirkung
Shopware und Shopify sind beide gute Grundlagen für einen sichtbaren Shop. Entscheidend ist, was Sie daraus machen: eigene Titles für die wichtigsten Seiten, Kategorieseiten mit Text, eigene Produktbeschreibungen für die Topseller, saubere Canonicals bei Varianten und ein Auge auf die Ladezeit. Arbeiten Sie diese Punkte der Reihe nach ab, am besten beginnend mit den zehn umsatzstärksten Kategorien. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Shop aktuell steht und welche Stellschraube bei Ihnen den größten Hebel hat, werfen Sie einen Blick auf unsere Leistungen für Onlineshop-SEO oder stellen Sie uns Ihre Fragen direkt über unsere Kontaktseite. Wir schauen uns Ihren Shop an und sagen Ihnen ehrlich, was sich lohnt und was nicht.


