Technisches SEO
Holger Lentz
7 min.
Fotos im Google Unternehmensprofil: So überzeugen Sie Kunden
Bevor ein Kunde bei Ihnen anruft, schaut er sich Ihren Betrieb an. Und zwar meistens nicht auf Ihrer Website, sondern direkt bei Google. Die Fotos in Ihrem Google Unternehmensprofil sind der erste visuelle Eindruck, den potenzielle Kunden von Ihnen bekommen. Google selbst gibt an, dass Profile mit Fotos deutlich mehr Routenanfragen und mehr Anrufe erhalten als Profile ohne Bilder. Trotzdem laden viele lokale Betriebe gar keine eigenen Fotos hoch oder überlassen die Auswahl komplett dem Zufall. Das ist eine verschenkte Chance. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Fotos in Ihr Profil gehören, was gute Aufnahmen ausmacht und welche Fehler Sie besser vermeiden.
Warum Fotos im Google Unternehmensprofil über Anfragen entscheiden
Menschen kaufen von Menschen. Wer zwischen drei Malerbetrieben wählt, klickt sich durch die Profile und entscheidet oft in wenigen Sekunden, wer seriös wirkt. Ein Profil mit aktuellen Fotos vom Team, von der Werkstatt und von fertigen Projekten wirkt greifbar und vertrauenswürdig. Ein Profil, das nur ein Logo oder ein automatisch erzeugtes Street-View-Bild zeigt, wirkt dagegen verlassen. Viele Nutzer ziehen daraus einen einfachen Schluss: Wenn sich niemand um das Profil kümmert, kümmert sich vielleicht auch niemand richtig um Kunden.
Dazu kommt ein zweiter Effekt. Fotos erhöhen die Interaktion mit Ihrem Profil. Nutzer bleiben länger, tippen häufiger auf die Website oder starten die Routenplanung. Solche Signale zahlen auf Ihr lokales Ranking ein. Fotos ersetzen keine vollständige Optimierung Ihres Unternehmensprofils, aber sie gehören zu den Hebeln, die Sie am schnellsten selbst umsetzen können.
Diese Fotos gehören in Ihr Profil
Google unterscheidet mehrere Foto-Kategorien. Für lokale Betriebe haben sich diese Aufnahmen bewährt:
Außenaufnahmen: Ihr Gebäude aus zwei oder drei Blickwinkeln, idealerweise bei Tageslicht. So erkennen Kunden Ihren Betrieb schon von der Straße aus wieder.
Innenaufnahmen: Verkaufsraum, Büro, Werkstatt oder Lager. Kunden wollen vorab wissen, was sie erwartet.
Team-Fotos: Gesichter schaffen Vertrauen. Ein echtes Foto Ihres Teams wirkt stärker als jedes gekaufte Stockbild.
Arbeitsproben: Fertige Projekte, Baustellen, Vorher-Nachher-Vergleiche. Gerade für Handwerksbetriebe ist das das stärkste Verkaufsargument im ganzen Profil.
Logo und Titelbild: Das Logo sorgt für Wiedererkennung in der Suche, das Titelbild ist das Aushängeschild Ihres Profils. Wählen Sie dafür Ihr bestes Bild, nicht Ihr erstbestes.
Als Faustregel gilt: mindestens zehn eigene Fotos, verteilt über diese Kategorien. Mehr ist besser, solange die Qualität stimmt.
Was gute Fotos von schlechten unterscheidet
Sie brauchen keinen Profi-Fotografen, um ein überzeugendes Profil aufzubauen. Ein aktuelles Smartphone reicht in den meisten Fällen aus. Worauf es wirklich ankommt:
Licht: Fotografieren Sie bei Tageslicht oder in gut beleuchteten Räumen. Dunkle, verrauschte Bilder wirken sofort unprofessionell.
Schärfe und Auflösung: Google empfiehlt mindestens 720 mal 720 Pixel. Verpixelte oder verwackelte Bilder sollten Sie aussortieren.
Echtheit: Zeigen Sie Ihren echten Betrieb und Ihre echten Leute. Nutzer erkennen Stockfotos schneller, als viele denken, und Google kann generische Bilder ablehnen.
Querformat: Bilder im Querformat werden in der Google Suche und in Google Maps besser dargestellt als Hochkant-Aufnahmen.
Ein praktischer Tipp: Machen Sie Fotos zur Routine. Nach jedem abgeschlossenen Projekt zwei oder drei Aufnahmen, und Sie bauen ohne Zusatzaufwand ein starkes Bildarchiv auf. Das hilft Ihnen übrigens auch dabei, mehr Google Bewertungen zu bekommen: Wer Kunden am Projektende um ein Foto vor Ort bittet, kann im selben Gespräch um eine Bewertung bitten.
Häufige Fehler, die Sie Anfragen kosten
In der Praxis sehen wir bei lokalen Betrieben immer wieder dieselben Probleme:
Das Profil zeigt nur das Logo und ein altes Street-View-Bild.
Die Fotos sind fünf Jahre alt und zeigen Räume, die längst umgebaut wurden.
Es wurden ausschließlich Stockfotos hochgeladen, die mit dem Betrieb nichts zu tun haben.
Private Bilder oder unpassende Kundenfotos bleiben unkommentiert im Profil stehen.
Der letzte Punkt wird oft übersehen: Auch Kunden können Fotos zu Ihrem Profil hochladen. Prüfen Sie deshalb regelmäßig, was dort erscheint. Unpassende oder falsche Bilder können Sie über die Funktion zum Melden von Fotos bei Google zur Entfernung vorschlagen.
Wie oft sollten Sie neue Fotos hochladen?
Einmal befüllen und nie wieder anfassen reicht nicht. Ein Profil mit Bildern aus dem Jahr 2020 signalisiert Stillstand. Bewährt hat sich ein einfacher Rhythmus: ein bis zwei neue Fotos pro Monat. Das kann ein abgeschlossenes Projekt sein, ein neues Teammitglied, eine neue Maschine oder ein saisonales Motiv. Der Aufwand liegt bei wenigen Minuten, die Wirkung summiert sich über das Jahr. Wenn Sie ohnehin regelmäßig Beiträge veröffentlichen, kombinieren Sie beides: Jeder Beitrag bekommt ein eigenes, aktuelles Bild.
Fazit: Kleine Mühe, große Wirkung
Fotos sind einer der am meisten unterschätzten Bestandteile des Google Unternehmensprofils. Sie kosten kein Geld, brauchen wenig Zeit und beeinflussen direkt, ob ein Suchender Sie anruft oder zum Mitbewerber weiterklickt. Starten Sie mit einer soliden Grundausstattung aus Außen-, Innen-, Team- und Projektfotos und halten Sie das Profil danach mit ein bis zwei Bildern pro Monat aktuell.
Sie möchten wissen, wie sichtbar Ihr Betrieb bei Google insgesamt ist und wo Sie Anfragen liegen lassen? Wir unterstützen lokale Unternehmen dabei, über Google planbar Anfragen zu gewinnen. Nehmen Sie Kontakt auf, wir schauen uns Ihr Profil gerne unverbindlich an.


