Technisches SEO
Holger Lentz
7 min.
Interne Verlinkung: So führen Sie Google und Kunden durch Ihre Website
Sie haben gute Inhalte auf Ihrer Website. Trotzdem ranken einzelne Seiten nicht, obwohl sie fachlich stark sind. Häufig liegt das nicht am Text, sondern daran, dass diese Seiten intern kaum verlinkt sind. Google findet sie schlecht, bewertet sie als unwichtig, und Besucher stolpern nie über sie. Interne Verlinkung ist einer der wenigen SEO Hebel, den Sie komplett selbst in der Hand haben: keine fremden Websites, keine Verhandlungen, kein Budget für Linkaufbau.
Was interne Verlinkung ist und warum Google darauf achtet
Interne Verlinkung bedeutet: Seiten Ihrer eigenen Website verweisen aufeinander. Die Navigation gehört dazu, aber der eigentliche Hebel sind Links mitten im Text, von einem Blogartikel zur Leistungsseite, von der Leistungsseite zur Referenz, von der Referenz zum Kontaktformular.
Google nutzt diese Links für zwei Dinge. Erstens, um Ihre Seiten überhaupt zu finden. Der Crawler folgt Links. Eine Seite, auf die kein einziger interner Link zeigt, ist für Google eine Sackgasse, selbst wenn sie in der Sitemap steht. Zweitens, um die Wichtigkeit einzuschätzen. Seiten, auf die viele interne Links zeigen, gelten als zentral. Seiten mit einem einzigen Link im Footer gelten als Nebensache.
Für lokale Betriebe heißt das konkret: Wenn Ihre wichtigste Leistungsseite nur über das Dropdown-Menü erreichbar ist und sonst nirgends erwähnt wird, signalisieren Sie Google, dass diese Seite nicht besonders wichtig ist. Genau die Seite soll aber ranken.
Die drei häufigsten Fehler bei der internen Verlinkung
In der Praxis sehen wir fast immer die gleichen Muster:
Verwaiste Seiten. Seiten, die niemand verlinkt. Oft sind das ältere Landingpages oder Unterseiten, die beim letzten Relaunch aus der Navigation geflogen sind, technisch aber noch existieren.
Nichtssagende Linktexte. "Hier klicken", "mehr erfahren", "weiterlesen". Diese Wörter sagen Google null über das Ziel. Der Linktext ist eines der stärksten Signale dafür, worum es auf der Zielseite geht.
Alles zeigt auf die Startseite. Die Startseite braucht keine Hilfe, sie bekommt ohnehin die meisten Links. Ihre Unterseiten brauchen sie.
So bauen Sie eine sinnvolle Linkstruktur auf
Denken Sie in Ebenen. Ganz oben steht die Startseite. Darunter Ihre wichtigsten Geld-Seiten, also die Leistungs- oder Kategorieseiten, über die Anfragen und Bestellungen kommen. Darunter unterstützende Inhalte wie Blogartikel, Ratgeber und FAQ.
Die Regel ist einfach: Unterstützende Inhalte verlinken nach oben auf die Geld-Seiten, nicht umgekehrt. Ein Blogartikel über Fliesenarten verlinkt auf Ihre Leistungsseite "Badsanierung". Ein Ratgeber über Materialpflege verlinkt auf die passende Produktkategorie im Shop. So sammelt sich die Relevanz genau dort, wo sie Umsatz bringt.
Faustregel für den Umfang: Jede wichtige Seite sollte von mindestens drei bis fünf anderen Seiten intern verlinkt sein. Jeder längere Text verträgt zwei bis fünf Links, die wirklich weiterhelfen. Mehr wirkt schnell wie ein Linkteppich und wird für Leser anstrengend.
Linktexte, die Google und Menschen verstehen
Der Linktext soll beschreiben, was den Leser auf der Zielseite erwartet. Statt "mehr Infos finden Sie hier" schreiben Sie "so läuft eine Badsanierung ab". Statt "klicken Sie hier" schreiben Sie "unsere Preise für Fensterreinigung".
Variieren Sie dabei. Wenn zehn Seiten mit exakt dem gleichen Wortlaut auf dieselbe Zielseite zeigen, wirkt das gebaut. Natürlich ist es, wenn die Formulierungen zum jeweiligen Satz passen. Und ganz praktisch: Links sollten als Links erkennbar sein, also farblich abgesetzt oder unterstrichen. Ein Link, den niemand sieht, wird auch nicht geklickt.
Interne Verlinkung und Onlineshops
Shop-Betreiber haben eine zusätzliche Baustelle. Filter, Varianten und Pagination erzeugen sehr viele URLs, die untereinander verlinkt sind. Das verwässert die Struktur: Google verteilt Crawl-Kapazität auf Seiten, die niemals ranken sollen. Prüfen Sie, welche Filterkombinationen wirklich indexiert werden sollen, und verlinken Sie den Rest nicht aktiv. Details dazu finden Sie in unserem Artikel zu 404 Fehlern und Weiterleitungen, denn kaputte interne Links sind der schnellste Weg, Linkkraft zu verschenken.
Ebenso wichtig: Verlinken Sie von Produktseiten zurück auf die Kategorie und auf verwandte Produkte. Das hilft dem Ranking und erhöht gleichzeitig den Warenkorbwert. Wie Sie die technische Basis dafür sauber aufsetzen, zeigen wir unter SEO für Onlineshops.
In vier Schritten zum Check Ihrer eigenen Seite
Schritt 1: Listen Sie Ihre fünf wichtigsten Seiten auf. Das sind die Seiten, über die Anfragen oder Bestellungen entstehen.
Schritt 2: Zählen Sie, wie viele interne Links auf jede dieser Seiten zeigen. Die Suche "site:ihredomain.de suchbegriff" bei Google gibt einen ersten Eindruck, welche Seiten Google überhaupt kennt.
Schritt 3: Gleichen Sie das mit Ihrer XML-Sitemap ab. Seiten, die dort stehen, aber nirgends verlinkt sind, sind Ihre verwaisten Seiten.
Schritt 4: Ergänzen Sie pro Woche fünf sinnvolle Links in bestehenden Texten. Nach zwei Monaten sieht Ihre Struktur deutlich anders aus.
Was Sie realistisch erwarten können
Interne Verlinkung ist kein Turbo, der Sie über Nacht auf Platz eins bringt. Sie ist die Grundlage, damit alle anderen Maßnahmen wirken. Erst wenn Google Ihre Seiten sauber findet und richtig einordnet, zahlen sich guter Content und ein schneller Server aus. Erste Bewegungen sehen Sie üblicherweise nach vier bis acht Wochen, sobald Google die Seiten neu gecrawlt hat.
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre Struktur aktuell aussieht und welche Seiten Linkkraft brauchen, schauen wir uns das gern an. Für lokale Betriebe haben wir die typischen Stolperstellen unter SEO für lokale Unternehmen zusammengefasst. Und wenn Sie lieber direkt ins Gespräch möchten: Schreiben Sie uns über das Kontaktformular, wir melden uns mit einer konkreten Einschätzung zu Ihrer Website.


