Technisches SEO
Holger Lentz
7 min.
Lokale Backlinks aufbauen: So bekommen Sie Links aus Ihrer Region
Ihr Google Unternehmensprofil ist gepflegt, die Website lädt schnell, die Texte passen. Trotzdem steht ein Mitbewerber aus dem Nachbarort bei Google weiter oben. In vielen Fällen liegt der Unterschied nicht auf Ihrer Website, sondern außerhalb davon: bei den Verlinkungen aus Ihrer Region. Lokale Backlinks gehören zu den wenigen Rankingfaktoren, die ein kleiner Betrieb ohne großes Budget wirklich selbst beeinflussen kann.
Was lokale Backlinks sind und warum sie wirken
Ein Backlink ist schlicht ein Link von einer fremden Website auf Ihre. Lokale Backlinks sind Links von Seiten, die geografisch oder thematisch zu Ihrem Einzugsgebiet gehören: der Verein aus dem Ort, die Handwerkskammer, das Stadtportal, der Zulieferer aus der Nachbarstadt, die Lokalzeitung.
Google bewertet solche Links als Beleg dafür, dass Ihr Betrieb tatsächlich in dieser Region existiert und dort eine Rolle spielt. Genau das ist die Frage, die Google bei jeder lokalen Suchanfrage beantworten muss: Welcher Anbieter ist hier vor Ort relevant? Zehn Links aus Ihrer Stadt bringen für lokale Rankings deutlich mehr als hundert beliebige Links aus dem Nichts.
Ein zweiter Effekt wird oft übersehen: Diese Links bringen echte Besucher. Wer auf der Vereinsseite Ihr Logo sieht und klickt, ist meist aus der Nähe und damit ein realistischer Kunde. Ranking und Anfragen verbessern sich gleichzeitig.
Wo lokale Betriebe die ersten Links finden
Die ersten Links liegen fast immer schon vor der Tür. Bevor Sie irgendetwas Neues aufbauen, sammeln Sie das ein, was ohnehin existiert:
Branchenverzeichnisse und Kammereinträge: Handwerkskammer, IHK, Innung, Berufsverband. Diese Profile haben oft ein Feld für die Website, das leer geblieben ist.
Lieferanten und Hersteller: Viele führen eine Händler- oder Partnerliste mit Verlinkung. Ein Anruf genügt häufig.
Stadt- und Regionalportale: Fast jede Stadt hat ein Portal mit Firmenübersicht, oft kostenlos.
Bestehende Partner: Steuerberater, Architekt, Subunternehmer, Kooperationsbetrieb. Wer mit Ihnen arbeitet, verlinkt Sie meist gern.
Ihre eigenen Profile: Social Media, Bewertungsportale, Jobbörsen. Prüfen Sie überall, ob die Website korrekt hinterlegt ist.
Welche Verzeichnisse den Aufwand wirklich wert sind und welche Sie sich sparen können, haben wir in Branchenverzeichnisse für lokale SEO im Detail aufgeschlüsselt.
Vereine, Sponsoring und Kooperationen
Der klassische Weg für lokale Betriebe ist das Sponsoring. Der Trikotsatz für die D-Jugend, der Beitrag zum Schützenfest, die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr. Fast jeder dieser Vereine hat eine Website mit einer Sponsorenseite, und fast jeder verlinkt dort seine Unterstützer.
Wichtig ist nur, dass Sie es aktiv einfordern. Fragen Sie beim Vereinsvorstand konkret nach: Bild, Firmenname und ein Link auf Ihre Startseite oder besser auf die passende Leistungsseite. Das kostet nichts extra und bleibt oft jahrelang bestehen.
Genauso wirksam sind Kooperationen ohne Geld. Ein Elektriker und ein Sanitärbetrieb, die sich gegenseitig auf einer Partnerseite empfehlen, haben beide gewonnen: einen Link und eine Empfehlungsquelle für Aufträge, die sie selbst nicht abdecken.
Lokale Presse und Fachmedien
Redaktionen suchen ständig Inhalte, gerade im Lokalteil. Anlässe, die tatsächlich funktionieren, sind zum Beispiel: ein Jubiläum, eine ungewöhnliche Baustelle, ein neuer Ausbildungsplatz, eine Investition in Technik, eine Aktion für die Nachbarschaft.
Schreiben Sie eine kurze Mail an die Lokalredaktion, drei Sätze zum Anlass, ein gutes Foto, Ihre Kontaktdaten. Viele Zeitungen veröffentlichen den Beitrag online und verlinken den Betrieb. Ein einzelner Link aus dem Regionalmedium wiegt für lokale Suchen mehr als zwanzig Einträge in beliebigen Linklisten.
Ähnlich funktionieren Fachportale Ihrer Branche. Wenn Sie dort einen Erfahrungsbericht oder ein Praxisbeispiel beisteuern, bekommen Sie in der Regel eine Nennung mit Link.
Diese Links schaden mehr, als sie nutzen
Beim Thema Backlinks gibt es einen großen Markt für Abkürzungen. Halten Sie Abstand von:
gekauften Linkpaketen, die Hunderte Links für kleines Geld versprechen
automatisierten Einträgen in Hunderte Verzeichnisse gleichzeitig
Linktausch-Netzwerken ohne inhaltlichen Bezug zu Ihrer Region oder Branche
Seiten, die offensichtlich nur existieren, um Links zu verkaufen
Solche Links helfen im besten Fall nicht und kosten im schlechtesten Fall Sichtbarkeit. Ein sauberer Grundsatz: Wenn ein Link auch ohne Google Sinn ergeben würde, weil dort echte Menschen unterwegs sind, ist er gut.
Achten Sie außerdem darauf, dass Firmenname, Adresse und Telefonnummer überall identisch geschrieben sind. Widersprüchliche Angaben schwächen die Wirkung Ihrer Einträge.
Ihr Plan für die nächsten 30 Tage
Backlinkaufbau scheitert selten am Wissen, sondern an der Umsetzung. Ein realistischer Fahrplan sieht so aus:
Woche 1: Liste anlegen. Alle Verzeichnisse, Kammern, Lieferanten und Partner notieren, bei denen Sie vorkommen könnten.
Woche 2: Bestehende Einträge prüfen und die fehlende Website ergänzen lassen.
Woche 3: Fünf Anfragen verschicken. Verein, Lieferant, Partnerbetrieb, Stadtportal, Lokalredaktion.
Woche 4: Ergebnisse kontrollieren, nachfassen, die nächsten fünf Adressen vorbereiten.
Fünf gute Links pro Monat wirken über ein Jahr stärker als jede einmalige Aktion. Sinnvoll ist es, vorher zu wissen, woher Ihre Mitbewerber ihre Links beziehen. Wie Sie das herausfinden, zeigen wir in Lokale Konkurrenzanalyse. Wenn Sie parallel an der Sichtbarkeit Ihres Betriebs insgesamt arbeiten wollen, finden Sie auf unserer Seite für lokale Unternehmen die passenden Ansatzpunkte.
Sie wissen nicht, welche Links für Ihre Branche und Ihre Region den größten Unterschied machen? Schreiben Sie uns über das Kontaktformular. Wir schauen uns Ihr aktuelles Linkprofil an und sagen Ihnen, wo die nächsten realistischen Schritte liegen.


