Technisches SEO
Holger Lentz
7 min.
Strukturierte Daten und Rich Snippets: So fallen Sie bei Google auf
Ihre Website taucht bei Google auf, aber der Eintrag wirkt unscheinbar: blauer Titel, zwei Zeilen Text, fertig. Direkt darunter zeigt ein Mitbewerber Bewertungssterne, Preise oder aufklappbare Fragen. Genau dafür sorgen strukturierte Daten. Sie sind ein kleines Stück Code, das Google hilft, Ihre Inhalte zu verstehen, und sie sind die Voraussetzung für sogenannte Rich Snippets. In diesem Artikel erfahren Sie, was dahintersteckt, welche Markups sich für lokale Betriebe und Shop-Betreiber lohnen und wie Sie das Ganze ohne Programmierkenntnisse umsetzen.
Was strukturierte Daten sind und warum Google sie braucht
Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Zusatzinformationen im Quellcode Ihrer Website. Für Besucher sind sie unsichtbar. Für Google machen sie aus einem Textblock eindeutige Fakten: Das hier ist ein Produkt, es kostet 89 Euro, es ist auf Lager, es hat 4,7 Sterne aus 132 Bewertungen. Oder: Das hier ist ein Handwerksbetrieb in Köln, geöffnet Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr.
Google versteht Websites zwar auch ohne diese Hilfe erstaunlich gut. Aber Verstehen ist nicht dasselbe wie sicheres Wissen. Mit strukturierten Daten nach dem Standard schema.org nehmen Sie der Suchmaschine das Raten ab. Das Ergebnis: Google kann Ihre Inhalte korrekt einordnen und in den Suchergebnissen prominenter darstellen.
Rich Snippets: mehr Platz und mehr Klicks in den Suchergebnissen
Rich Snippets sind erweiterte Suchergebnisse. Statt nur Titel und Beschreibung zeigt Google zusätzliche Elemente an, zum Beispiel Bewertungssterne, Preisangaben, Verfügbarkeit, Veranstaltungsdaten oder aufklappbare FAQ. Ein Eintrag mit Sternen und Preis fällt in der Ergebnisliste sofort auf und wird deutlich häufiger geklickt als ein nackter Standardeintrag, oft sogar dann, wenn er nicht auf Platz eins steht.
Wichtig für Ihre Erwartung: Strukturierte Daten sind kein direkter Rankingfaktor. Ihre Position bei Google verbessert sich dadurch nicht automatisch. Der Hebel liegt in der Klickrate. Wer im Suchergebnis mehr Fläche einnimmt und mehr Vertrauen ausstrahlt, holt mehr Besucher aus derselben Position heraus. Und mehr qualifizierte Besucher bedeuten am Ende mehr Anfragen und mehr Bestellungen.
Diese Markups lohnen sich für lokale Betriebe
Für Handwerker, Dienstleister und andere lokale Unternehmen sind vor allem drei Typen interessant:
LocalBusiness: Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Einzugsgebiet. Das ist die Basis und stärkt die Verbindung zwischen Ihrer Website und Ihrem Google Unternehmensprofil.
FAQPage: Häufige Kundenfragen samt Antworten. Richtig ausgezeichnet können diese Fragen direkt im Suchergebnis erscheinen. Wie Sie solche Seiten aufbauen, lesen Sie im Artikel über FAQ-Seiten als SEO-Hebel.
Service: Ihre einzelnen Leistungen mit Beschreibung und Einsatzgebiet, etwa Badsanierung, Dachreparatur oder Gebäudereinigung.
Gerade im lokalen Wettbewerb, wo viele Websites technisch auf ähnlichem Niveau sind, ist das ein Vorsprung, den die wenigsten Mitbewerber nutzen.
Diese Markups lohnen sich für Onlineshops
Im E-Commerce sind strukturierte Daten fast schon Pflicht. Das wichtigste Markup ist Product: Preis, Währung, Verfügbarkeit, Marke und Bewertungen. Nur damit kann Google Ihre Produkte mit Sternen und Preis in den Suchergebnissen anzeigen. Dazu kommen Review beziehungsweise AggregateRating für Bewertungen und BreadcrumbList für eine saubere Pfadanzeige im Snippet.
Die gute Nachricht für Shop-Betreiber: Systeme wie Shopify und Shopware bringen einen Teil dieser Auszeichnungen bereits mit. Verlassen sollten Sie sich darauf aber nicht, denn Themes und Plugins liefern oft unvollständige oder fehlerhafte Daten. Prüfen Sie den Ist-Zustand, bevor Sie neue Bausteine einbauen. Was neben den strukturierten Daten auf Produktebene zählt, zeigt unser Beitrag über Produktbeschreibungen, die ranken und verkaufen. Einen Überblick über die wichtigsten technischen Stellschrauben im Shop finden Sie auf unserer Seite für Onlineshop-SEO.
So setzen Sie strukturierte Daten um, ohne zu programmieren
Sie müssen dafür kein Entwickler sein. In der Praxis führen drei Wege zum Ziel:
Bordmittel Ihres Systems nutzen: Shopsysteme und viele Website-Baukästen erzeugen Basis-Markups automatisch. Prüfen Sie zuerst, was schon vorhanden ist.
Plugins und Apps: Für WordPress, Shopify und Shopware gibt es ausgereifte Erweiterungen, die LocalBusiness, Product und FAQ per Formular abfragen und den Code selbst einfügen.
Generatoren: Kostenlose Schema-Generatoren erstellen den JSON-LD-Code nach Ihren Eingaben. Den fertigen Schnipsel fügen Sie in den Kopfbereich der jeweiligen Seite ein.
Zur Kontrolle nutzen Sie den Test für Rich-Suchergebnisse von Google. Dort geben Sie Ihre URL ein und sehen sofort, welche Markups erkannt wurden und ob Fehler vorliegen.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Drei Stolperfallen sehen wir immer wieder. Erstens: Markup und sichtbarer Inhalt passen nicht zusammen, etwa ausgezeichnete Bewertungen, die auf der Seite gar nicht stehen. Das kann Google mit dem Entzug der Rich Snippets abstrafen. Zweitens: veraltete Angaben, zum Beispiel Öffnungszeiten oder Preise, die längst nicht mehr stimmen. Drittens: doppelte oder widersprüchliche Markups, weil Theme und Plugin gleichzeitig Daten ausgeben. Halten Sie es sauber und schlank, dann sind strukturierte Daten ein risikofreier Gewinn.
Sie möchten wissen, welche Rich Snippets für Ihren Betrieb oder Ihren Shop realistisch drin sind und wo Ihre Website heute steht? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir prüfen Ihre Seite und sagen Ihnen konkret, welche Schritte sich zuerst lohnen.


