Google Business

Technisches SEO

Holger Lentz

8 min.

Google Unternehmensprofil Statistiken auswerten: Welche Zahlen wirklich zählen

Ihr Google Unternehmensprofil liefert Ihnen jeden Monat eine Menge Zahlen: Aufrufe, Suchanfragen, Anrufe, Routenplanungen. Die meisten lokalen Betriebe schauen einmal kurz drauf, freuen sich über eine große Zahl und schließen den Tab wieder. Dabei stecken in diesen Statistiken genau die Hinweise, die Ihnen zeigen, ob Ihr Profil neue Kunden bringt oder nur Zahlen produziert. In diesem Artikel gehen wir durch, welche Kennzahlen im Google Unternehmensprofil wirklich zählen, wie Sie sie richtig lesen und welche Maßnahmen sich daraus ableiten lassen.

Google Unternehmensprofil Statistiken auswerten: Wo Sie die Zahlen finden

Die Statistiken finden Sie direkt in Ihrem Profil unter dem Punkt "Leistung". Google zeigt dort standardmäßig die letzten sechs Monate, Sie können den Zeitraum aber anpassen. Wichtig zu wissen: Die Daten sind nicht in Echtzeit verfügbar. Rechnen Sie mit zwei bis drei Tagen Verzögerung. Für die Auswertung ist das kein Problem, solange Sie sich nicht an einzelnen Tagen festbeißen, sondern Monate miteinander vergleichen.

Ein zweiter Punkt vorweg: Google hat die Darstellung in den letzten Jahren mehrfach umgebaut. Wenn Sie eine Kennzahl aus einem alten Screenshot suchen und nicht finden, liegt das oft daran, dass Google sie umbenannt oder zusammengefasst hat. Orientieren Sie sich an dem, was aktuell in Ihrem Konto steht, nicht an alten Anleitungen.

Die fünf Kennzahlen, auf die es ankommt

Nicht jede Zahl verdient Ihre Aufmerksamkeit. Diese fünf sagen am meisten über die Qualität Ihres Profils aus:

  • Aufrufe der Profilinhalte: Wie oft Ihr Profil in der Google Suche und in Google Maps angezeigt wurde. Das ist Ihre Sichtbarkeit, also die Basis für alles Weitere.

  • Anrufe: Wie oft Nutzer direkt aus dem Profil heraus angerufen haben. Für Handwerksbetriebe, Praxen und Dienstleister ist das oft die wichtigste Zahl überhaupt.

  • Routenplanungen: Wie oft jemand den Weg zu Ihnen abgefragt hat. Relevant für alle Betriebe mit Ladenlokal, Werkstatt oder Ausstellungsraum.

  • Website-Klicks: Wie oft Nutzer von Ihrem Profil auf Ihre Website gewechselt sind. Diese Zahl zeigt, ob Ihr Profil Interesse weckt, das über den Erstkontakt hinausgeht.

  • Suchbegriffe: Mit welchen Eingaben Nutzer auf Ihr Profil gestoßen sind. Die wertvollste Rubrik, und gleichzeitig die, die am häufigsten übersehen wird.

Nehmen Sie sich diese fünf Werte einmal im Monat vor und tragen Sie sie in eine einfache Tabelle ein. Nach drei Monaten sehen Sie Entwicklungen, die in der Monatsansicht von Google untergehen.

Warum Aufrufe allein nichts über Ihren Erfolg sagen

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Elektrobetrieb hat 4.200 Profilaufrufe im Monat und ist stolz darauf. Bei genauerem Hinsehen stehen dem nur 31 Anrufe gegenüber. Das ist eine Quote von unter einem Prozent. Ein zweiter Betrieb hat 900 Aufrufe und 68 Anrufe. Wer hat das bessere Profil?

Die Antwort ist eindeutig der zweite Betrieb. Aufrufe sagen nur, dass Sie gefunden werden. Ob Sie überzeugen, zeigen erst die Handlungen: Anrufe, Routen, Website-Klicks. Setzen Sie diese Zahlen deshalb immer ins Verhältnis. Teilen Sie die Summe aus Anrufen, Routenplanungen und Website-Klicks durch die Aufrufe. Liegt das Ergebnis unter drei Prozent, lohnt sich ein Blick auf Fotos, Öffnungszeiten, Bewertungen und Leistungsbeschreibung. Eine gute Grundlage dafür ist unsere Checkliste zur Optimierung des Google Unternehmensprofils.

Suchbegriffe: Die unterschätzte Goldgrube

Unter "Suchbegriffe" listet Google auf, welche Eingaben zu Ihrem Profil geführt haben. Diese Liste ist bares Geld wert, weil sie Ihnen die echte Sprache Ihrer Kunden zeigt, nicht die Ihres Marketings.

Achten Sie auf drei Muster. Erstens: Suchbegriffe, die nur Ihren Firmennamen enthalten. Die zeigen, dass Sie vor allem von Leuten gefunden werden, die Sie ohnehin schon kennen. Neukunden bringt das kaum. Zweitens: Leistungsbezogene Suchen wie "Heizung reparieren Köln" oder "Fenster abdichten Preis". Das sind Ihre Wachstumsbegriffe. Wenn davon viele auftauchen, macht Ihr Profil genau das Richtige. Drittens: Begriffe zu Leistungen, die Sie gar nicht anbieten oder nicht auf dem Profil führen. Prüfen Sie, ob Sie diese Leistung tatsächlich im Angebot haben und einfach nur nicht sichtbar machen.

Was Sie mit dieser Liste konkret machen: Übernehmen Sie die drei bis fünf häufigsten leistungsbezogenen Begriffe in Ihre Leistungsbeschreibung im Profil, in Ihre Beiträge und auf die passenden Seiten Ihrer Website. Wenn Sie tiefer in dieses Thema einsteigen wollen, hilft Ihnen unser Beitrag zur Keyword-Recherche ohne teure Tools.

Anrufe richtig lesen: Uhrzeit und Wochentag beachten

Google zeigt Ihnen nicht nur, wie viele Anrufe über das Profil kamen, sondern auch wann. Diese Verteilung wird selten genutzt, sagt aber viel aus.

Häufen sich die Anrufe außerhalb Ihrer Öffnungszeiten, verlieren Sie Aufträge, ohne es zu merken. Der Anrufer wählt dann meist einfach den nächsten Treffer. Zwei Lösungen: Öffnungszeiten anpassen, wenn es betrieblich geht, oder eine Rückrufoption schaffen und diese im Profil und auf der Website deutlich sichtbar machen. Ein gut erreichbares Kontaktformular fängt genau diese Anfragen auf, wie wir im Beitrag zum Kontaktformular optimieren im Detail zeigen.

Fällt umgekehrt auf, dass an bestimmten Wochentagen fast keine Anrufe eingehen, prüfen Sie, ob dort ein Feiertag, eine Betriebsschließung oder ein technisches Problem eingetragen war. Falsche Sonderöffnungszeiten sind ein häufiger und leicht behebbarer Grund für Einbrüche.

Veränderungen einordnen statt überinterpretieren

Zahlen schwanken. Bevor Sie aus einem Rückgang von 15 Prozent ein Problem machen, prüfen Sie drei Dinge:

  • Saison: Ein Dachdecker hat im Januar andere Zahlen als im Mai. Vergleichen Sie deshalb immer mit dem gleichen Monat des Vorjahres, nicht nur mit dem Vormonat.

  • Anzahl der Werktage: Ein Monat mit zwei Feiertagen bringt automatisch weniger Anrufe.

  • Eigene Änderungen: Haben Sie Kategorie, Öffnungszeiten oder Beschreibung geändert? Notieren Sie solche Eingriffe mit Datum. Ohne diese Notizen raten Sie später nur.

Ein echter Handlungsbedarf liegt vor, wenn eine Kennzahl über zwei bis drei Monate hinweg in dieselbe Richtung läuft. Alles darunter ist normales Rauschen.

Vom Zahlenblick zur konkreten Maßnahme

Damit die monatliche Auswertung nicht bei "interessant" endet, koppeln Sie jede Kennzahl an eine feste Reaktion. Sinken die Aufrufe, prüfen Sie Kategorie, Einträge in Branchenverzeichnissen und die Aktualität Ihres Profils. Sinken die Anrufe bei stabilen Aufrufen, liegt es meist an Bewertungen, Fotos oder einer unklaren Leistungsbeschreibung. Kommen kaum Website-Klicks, fehlt oft ein guter Grund für den Klick, etwa Preisbeispiele, Referenzen oder eine klare Leistungsseite.

Bewertungen sind dabei der stärkste einzelne Hebel. Profile mit vielen aktuellen Rezensionen werden nicht nur häufiger angezeigt, sie werden auch deutlich öfter angeklickt. Wie Sie das systematisch aufbauen, lesen Sie im Beitrag Mehr Google Bewertungen bekommen.

Fazit: 20 Minuten im Monat reichen

Sie müssen kein Analyst werden, um aus Ihrem Google Unternehmensprofil mehr herauszuholen. Ein fester Termin von 20 Minuten pro Monat genügt: fünf Kennzahlen notieren, Suchbegriffe überfliegen, eine Maßnahme ableiten, Änderungen mit Datum festhalten. Nach einem halben Jahr haben Sie eine belastbare Grundlage und wissen, welche Schritte bei Ihnen tatsächlich Anfragen bringen.

Sie möchten wissen, was Ihre Zahlen konkret über Ihre lokale Sichtbarkeit aussagen? Wir arbeiten täglich mit lokalen Unternehmen und schauen uns Profil, Website und Wettbewerbsumfeld gemeinsam an. Schreiben Sie uns über unser Kontaktformular, wir melden uns zeitnah bei Ihnen.

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© 2026 Mehr-Aufträge.com – Holger Lentz Consulting GmbH

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